Was haben Reis, Hafer und Weizen gemeinsam?
Stell dir eine warme Schüssel Haferbrei vor, einen Löffel lockeren Reis und eine weiche Scheibe Weizenbrot. Atme tief ein und stell dir den gemütlichen, leicht gerösteten Duft vor, der vom Tisch aufsteigt.
Auf deinem Teller sehen diese Speisen ganz verschieden aus. Der Haferbrei ist cremig, der Reis ist locker, und das Brot ist ein weicher Laib. Was haben Reis, Hafer und Weizen also gemeinsam?
Jetzt kommt die erste Überraschung. Reis, Hafer und Weizen wachsen alle an Graspflanzen, genau wie das Gras im Park, nur viel höher. Sie haben dieselben langen, schmalen Blätter und hohle Stängel, weil sie zu einer großen Grasfamilie gehören.
Oben an jedem Halm wächst bei jeder dieser Graspflanzen ein Büschel kleiner Samen. Die Pflanze bildet diese Samen, damit daraus neue Graspflanzen wachsen können.
Genau diese Samen essen wir. Man nennt sie Körner, das sind die harten kleinen Samen einer Graspflanze. Jedes Reiskorn in deiner Schüssel und jede Haferflocke in deinem Brei war einmal ein Samen an einer Graspflanze.
In jedem Korn steckt ein winziges Pflanzenbaby, kleiner als ein Krümel. Es hat noch keine Wurzeln und keine Blätter, deshalb kann es sich selbst noch kein Essen machen. Was glaubst du, was das Korn für das Pflanzenbaby eingepackt hat?
Eine Brotdose voller Essen! Fast das ganze Korn ist mit Stärke gefüllt, das ist ein weißer, mehliger Essensvorrat für das Pflanzenbaby. Wenn der Samen keimt, verbraucht das Pflanzenbaby diese Stärke, um seine erste Wurzel und sein erstes Blatt wachsen zu lassen.
Wenn du Reis, Hafer oder Weizenbrot isst, isst du diese Stärke mit. Dein Körper macht aus der Stärke Energie, damit du den ganzen Tag rennen, spielen und denken kannst.
Reis, Hafer und Weizen sind alle Graspflanzen, und jede von ihnen bildet Körner, kleine Samen voller Stärke, die das Pflanzenbaby darin ernähren.
Draußen auf den Feldern wiegen sich hohe Grashalme im Wind, ihre Spitzen schwer von Körnern. In jedem kleinen Samen steckt seine Brotdose voller Stärke und wartet dort ganz still.









