Warum gehen die Knospen auf, wenn es im Frühling warm wird?
Fahr im frühen Frühling mal mit dem Finger an einem Zweig entlang. Du spürst kleine, harte Knubbel. Diese Knubbel sind Knospen. Den ganzen Winter über bleiben sie fest geschlossen.
Dann werden die Tage warm. Eines Morgens sind die Knospen offen, und grüne Blätter schauen heraus. Warum gehen die Knospen auf, wenn es im Frühling warm wird?
Jede Knospe ist wie ein winziges Päckchen. Darin liegen ganz junge Blätter, klein zusammengefaltet. Eine harte braune Hülle umschließt sie und hält die Winterkälte draußen.
Den ganzen Winter lang ruht der Baum. Weiche junge Blätter würden in der Kälte erfrieren. Darum hält der Baum seine Knospen zu und wartet.
Im Frühling wärmt die Sonne den Boden und die Äste. Diese Wärme weckt den Baum aus seiner langen Winterruhe. Jetzt ist er bereit zu wachsen.
Zuerst wachen die Wurzeln auf. Sie trinken Wasser aus dem weichen, nassen Boden. Dieses Wasser brauchen die Knospen zum Wachsen.
Das Wasser steigt als Baumsaft im Stamm hoch. Baumsaft ist der wässrige Saft im Inneren eines Baumes. Er fließt in jeden Ast, bis ganz zu den Knospen. Was glaubst du, was der Baumsaft dort macht?
Der Baumsaft fließt direkt in die ganz jungen Blätter in jeder Knospe. Die Blätter saugen ihn auf und schwellen an. Anschwellen heißt, dicker und runder werden. Jedes Blatt wird größer und größer.
Die angeschwollenen Blätter drücken fest gegen die braune Hülle. Immer mehr Baumsaft kommt nach, und die Hülle ist jetzt zu klein. Knack! Die Hülle platzt auf und fällt ab.
Heraus kommen die ganz jungen Blätter, weich und zerknittert. Langsam falten sie sich auseinander und breiten sich in der Sonne aus. Endlich ist die Knospe offen.
Baumsaft und anschwellen. Die Frühlingswärme weckt den Baum, und der Baumsaft lässt die Knospen anschwellen und aufplatzen.
Schlaf heute Nacht schön warm und kuschelig, wie eine Knospe, die auf die Frühlingssonne wartet.









