Wie merkt mein Körper, wenn sich ein Keim reinschleicht?
Denk mal an das letzte Mal, als du dir das Knie aufgeschürft hast und es gebrannt hat. Die Schürfwunde öffnet eine kleine Tür in deiner Haut. Keime können einfach hindurchschlüpfen.
Ein Keim ist viel zu klein, um ihn zu sehen, und er macht überhaupt kein Geräusch. Er winkt nicht und klopft auch nicht an. Wie merkt dein Körper also, wenn sich ein Keim reinschleicht?
Dein Körper hat Helfer, die weiße Blutkörperchen heißen. Das sind kleine Wächter, die in deinem Blut mitschwimmen. Die weißen Blutkörperchen reisen Tag und Nacht in jeden Teil von dir. Sie sind ständig unterwegs, damit sie alles finden, was nicht hierhergehört.
Jeder Wächter prüft die Dinge, indem er sie berührt. Außen hat er viele kleine Fühler, und er stupst sanft gegen alles, was ihm begegnet. Mit diesen Fühlern spürt er die Formen, die außen auf jedem Ding sitzen.
Deine eigenen Körperzellen tragen außen alle dieselben besonderen Formen, wie eine Mannschaft in gleichen Trikots. Spürt ein weißes Blutkörperchen diese Formen, weiß es, dass die Zelle zu dir gehört, und lässt sie in Ruhe. Jetzt stößt ein weißes Blutkörperchen auf den Keim aus deinem aufgeschürften Knie. Was meinst du, trägt der Keim auch diese gleichen Formen?
Nein, der Keim trägt sie nicht. Ein Keim ist ein ganz anderes Lebewesen, deshalb hat er fremde Formen, die dein Körper nie macht.
Diese fremden Formen drücken auf eine ganz neue Art gegen die Fühler. Dieses neue Gefühl verrät dem weißen Blutkörperchen, dass ein Fremder da ist. Und schon hat dein Körper den Keim entdeckt, obwohl niemand ihn sehen kann.
Weiße Blutkörperchen. Deine weißen Blutkörperchen ertasten die Außenseite von allem, gegen das sie stoßen, und wenn sie Formen finden, die deine eigenen Zellen nie tragen, wissen sie, dass sich ein Keim reingeschlichen hat.
Schlaf gut heute Nacht und denk daran, dass deine kleinen Wächter in dir Wache halten.









