Wie bekommt ein Baum neue Äste?
Wenn du das nächste Mal draußen bist, fass ganz sanft das Ende von einem Zweig an. Ganz vorne an der Spitze spürst du einen kleinen, harten Knubbel. Fahr mit dem Finger am Zweig entlang, dann findest du noch mehr Knubbel.
Jetzt schau mal hoch zu einem großen Baum mit all seinen Ästen. Jeder dieser Äste war einmal ganz neu. Wie bekommt ein Baum eigentlich einen neuen Ast?
Alles fängt mit diesen Knubbeln an. Jeder Knubbel ist eine Knospe, also ein fest verschlossenes Päckchen mit etwas Neuem darin. Knospen sitzen an der Spitze von einem Zweig. Noch mehr sitzen genau da, wo ein Blatt aus dem Zweig wächst.
Den ganzen Winter über bleibt jede Knospe fest zu. Harte Schuppen hüllen sie ein wie ein kuscheliger Mantel. So bleibt das weiche Innere sicher vor Frost und Kälte.
Dann kommt der Frühling mit warmen, sonnigen Tagen. Die Wärme weckt die Knospe auf, und sie wird dick und rund. Bald platzt ihr Mantel auf. Was glaubst du, was liegt darin zusammengefaltet?
Heraus schaut ein Trieb, also ein weicher grüner Stängel mit kleinen Blättern daran. Das ist ein ganz junger Ast! Jetzt fängt er an, sich ins Licht zu strecken.
Der Trieb wächst an seiner Spitze. Die Spitze wird immer ein bisschen länger, und noch ein bisschen. Tag für Tag reicht der Trieb weiter hinaus.
Am Trieb entlang gehen die neuen Blätter weit auf. Sie fangen Sonnenlicht ein und machen daraus Nahrung. Mit dieser Nahrung wächst der Trieb weiter.
Im Sommer wird der weiche grüne Trieb hart und braun. Er wird zu Holz, genau wie der übrige Baum. Jetzt ist er stark genug und hält sich auch im Wind. Aus dem Trieb ist ein ganz neuer Ast geworden!
Die Frühlingswärme weckt eine Knospe am Zweig. Ihr Trieb wird länger und wächst zu einem neuen Ast heran.
Oben im großen Baum schaukelt der neue Ast im Sommerwind. Seine grünen Blätter flattern und glänzen in der Sonne.









