Warum wird eine kahle Stelle auf der Erde nach dem Regen grün?
Stell dir eine kahle Stelle neben einem Weg oder im Garten vor, mit brauner, trockener Erde. Vielleicht hast du schon deine Finger hineingedrückt und gespürt, wie hart und krümelig sie war. Dann kommen ein paar Regentage.
Kurz danach bedecken kleine grüne Punkte dieselbe braune Stelle, als hätte jemand Farbtupfer daraufgemalt. Warum wird eine kahle Stelle auf der Erde nach dem Regen grün? Finden wir es gemeinsam heraus.
Die Erde war nie wirklich leer. Viele Samen liegen darin versteckt, und manche sind kleiner als ein Zuckerkörnchen. Sie sind so klein und braun, dass du sie beim Hinschauen gar nicht bemerkst.
Diese Samen sind im Ruhezustand: Sie warten, ohne zu wachsen. Ein trockener Samen bleibt im Ruhezustand, weil ihm Wasser fehlt. Ohne Wasser kann ein Samen nicht anfangen zu wachsen. Deshalb liegt jeder still in der trockenen Erde und wartet auf einen guten Schluck.
Dann kommt der Regen. Die Regentropfen sickern in die Erde und erreichen die versteckten Samen. Jeder Samen nimmt Wasser auf und quillt auf, sodass er praller wird als vorher.
Das Wasser weckt den Samen aus seinem Ruhezustand. Die winzige Pflanze, die zusammengerollt darin liegt, beginnt zu wachsen. Sie drückt so kräftig, dass die feste Samenhaut aufplatzt. Was kommt wohl zuerst aus diesem Riss heraus?
Zuerst kommt eine dünne Wurzel heraus und wächst nach unten in die feuchte Erde. Die Wurzel hält die junge Pflanze an ihrem Platz fest. Außerdem nimmt sie weiteres Wasser auf, damit die Pflanze weiterwachsen kann.
Als Nächstes schiebt sich ein kleiner Stängel durch die Erde nach oben an die Luft. Er trägt seine ersten winzigen Blätter. Jetzt ist die kleine Pflanze ein Keimling. Ein Keimling ist eine ganz junge Pflanze, die gerade aus ihrem Samen gewachsen ist.
Jeder Keimling hat grüne Blätter, und diese Blätter nehmen Sonnenlicht auf. Das Sonnenlicht hilft den Blättern, Nahrung für die Pflanze herzustellen. So kann der Keimling größer und kräftiger werden.
Ein einzelner Keimling ist so klein, dass du ihn kaum entdeckst. Aber der Regen hat Hunderte Samen gleichzeitig geweckt, deshalb wachsen Hunderte Keimlinge nebeneinander aus der Erde. Gemeinsam bedecken ihre grünen Blätter die braune Erde, und die ganze Stelle sieht grün aus.
Unsere beiden Wörter sind: Ruhezustand, Keimling. Winzige Samen lagen im Ruhezustand in der Erde, bis der Regen ihnen Wasser gab, sie aufweckte und sie zu grünen Keimlingen heranwuchsen.
Wenn du nach dem Regen eine frisch begrünte Stelle entdeckst, kannst du lächeln und all den neuen Keimlingen zuwinken.









