Warum haben manche Samen Flügel?
Hast du schon einmal gesehen, wie ein Samen vom Baum herunterwirbelt? Er dreht sich rundherum, wie ein kleiner Hubschrauber. Heb einen auf, dann spürst du seinen dünnen Flügel zwischen den Fingern, fast wie Papier.
Dieser flache Teil, dünn wie Papier, sieht genau aus wie ein Flügel. Aber ein Samen ist kein Vogel und kann nicht flattern. Warum haben manche Samen also Flügel?
Schauen wir hinauf in einen großen Ahornbaum. Wenn seine Samen reif sind, lässt der Baum sie los. Aus jedem Samen kann eines Tages ein neuer Baum wachsen.
Unter dem großen Baum halten die Blätter die Sonne ab, und es gibt viel Schatten. Ein neuer Baum braucht aber Sonnenschein zum Wachsen. Ein Samen, der gerade nach unten fällt, landet im Dunkeln. Dort kann er nur schwer wachsen.
Genau da hilft der Flügel. Beim Fallen lässt er den Samen rundherum wirbeln, und so fällt der Samen ganz langsam, wie eine schwebende Feder. Er schwebt so langsam herunter. Was meinst du, was macht da wohl der Wind?
Der Wind schiebt den langsamen Samen vom Baum weg. Jetzt treibt der Samen davon, das heißt, er schwebt langsam mit, während der Wind ihn schiebt. Ein schneller Samen würde gerade herunterplumpsen, aber ein langsamer Samen hat Zeit, davonzutreiben.
Huiii! Ein kräftiger Windstoß schiebt den treibenden Samen noch weiter. Er segelt über das Gras und am Gartenzaun vorbei, weit weg vom Schatten des großen Baums.
Endlich treibt der Samen hinunter auf einen offenen, sonnigen Platz. Hier versperrt kein großer Baum das Licht. Die warme Sonne scheint genau dort, wo er landet. So hat der Samen einen guten Platz zum Wachsen.
Ein Flügel macht einen Samen langsam, so kann er zu einem sonnigen Platz davontreiben. Dort, weit weg vom Schatten des großen Baums, hilft ihm die warme Sonne beim Wachsen.
Unten im sonnigen Gras liegt der kleine Samen mit dem Flügel ganz still. Weit hinter ihm wiegt sich der große Ahornbaum im Wind.









