Wie zählen wir die Sterne in der Milchstraße?
In einer klaren, dunklen Nacht ist der Himmel voller winziger, funkelnder Lichter. Wenn du dich ins Gras legst und nach oben schaust, spürst du die kühle Luft und entdeckst immer mehr Sterne, je länger du hinsiehst. Jeder einzelne Stern, den du sehen kannst, gehört zur Milchstraße, der riesigen Sternenfamilie, in der auch unsere Sonne zu Hause ist.
Bei so vielen Sternen da oben weiß man kaum, wo man überhaupt anfangen soll. Könnte ein Mensch sie alle zählen? Wie zählen wir die Sterne in der Milchstraße?
Forscher, die sich mit den Sternen beschäftigen, fangen mit einem großen Teleskop an, das Fotos vom Nachthimmel macht. Ein Teleskop fängt schwaches Sternenlicht ein, das deine Augen nicht sehen. Deshalb zeigen seine Fotos viel mehr Sterne, als du vom Gras aus sehen kannst.
In der Milchstraße gibt es viel zu viele Sterne, um sie einzeln zu zählen. Darum suchen sich die Forscher ein kleines Quadrat auf ihrem Foto aus, eine Stichprobe, also ein kleines Stück, das man auszählt, um etwas über das Ganze herauszufinden. Eine Stichprobe ist wie ein einziger Löffel Suppe, der dir zeigt, was in der ganzen Schüssel ist.
Danach zählen die Forscher jeden Stern in ihrer Stichprobe, und ein Computer hilft ihnen, jeden winzigen Punkt zu finden. Nehmen wir an, sie zählen hundert Sterne in diesem einen kleinen Quadrat. Jetzt stell dir vor, das ganze Foto besteht aus zehn solchen Quadraten, und jedes ist genauso voll. Was meinst du, wie viele Sterne zeigt das ganze Foto?
Zehn Quadrate mit je hundert Sternen ergeben tausend Sterne, denn zehn mal hundert ist tausend. Die Forscher haben nur ein Quadrat gezählt und kennen trotzdem die Zahl für das ganze Foto. Diese Zahl nennt man eine Schätzung, also eine gut überlegte Vermutung, die auf echtem Zählen aufbaut.
Die echte Milchstraße reicht viel weiter als ein einziges Foto, deshalb nehmen die Forscher Stichproben aus vielen verschiedenen Teilen des Himmels. An manchen Stellen wimmelt es von Sternen, andere sehen fast leer aus. Mehr Stichproben von mehr Stellen machen ihre Schätzung besser.
Zwischen den Sternen schweben große Staubwolken und verdecken viele von ihnen. Um diese versteckten Sterne zu finden, benutzen die Forscher auch besondere Teleskope, die eine Art Licht einfangen, das einfach durch den Staub hindurchkommt. Mit diesen Teleskopen zeigen ihre Stichproben auch die versteckten Sterne.
Wenn die Forscher alle ihre Stichproben zusammennehmen, liegt ihre Schätzung irgendwo zwischen hundert Milliarden und vierhundert Milliarden Sternen. Die genaue Zahl kennt noch niemand, weil niemand jeden einzelnen Stern zählen kann. So groß ist diese Zahl, dass du Tausende von Jahren bräuchtest, wenn du jede Sekunde einen Stern zählen würdest.
Stichprobe, Schätzung. Die Forscher zählen die Sterne in kleinen Stichproben vom Himmel und machen aus diesen Zahlen dann eine Schätzung für die ganze Milchstraße.
Schlaf gut, kleiner Sternenzähler, während all die Sterne über dir weiterfunkeln.









