Wie haben Druckmaschinen allen Menschen Bücher gebracht?
Denk an ein Buch, das du liebst, und halte es ganz nah an deine Nase. Riechst du das Papier und spürst du die glatten Seiten unter deinen Fingern? Heute stehen Bücher in Regalen zu Hause, in der Schule und in der Bücherei.
Vor langer Zeit hatten in Europa die meisten Familien überhaupt keine Bücher. Wie haben Druckmaschinen also allen Menschen Bücher gebracht? Lass uns in die Vergangenheit reisen und es herausfinden.
Damals hat jedes neue Buch ein Schreiber gemacht. So nennt man einen Menschen, der Bücher mit der Hand abschreibt. Der Schreiber saß an einem Pult und schrieb jedes Wort mit Feder und Tinte. Alles mit der Hand abzuschreiben war der einzige Weg, ein Buch noch einmal zu machen.
Ein Schreiber brauchte viele Monate, um ein einziges dickes Buch abzuschreiben, Seite für Seite, Wort für Wort. Weil das so langsam ging, gab es in ganz Europa nur sehr wenige Bücher.
Jedes Buch machte so viel Arbeit, dass Bücher sehr viel Geld kosteten. Nur Könige, Kirchen und reiche Familien konnten sie kaufen.
Vor fast sechshundert Jahren fingen Drucker in Europa dann an, eine neue Maschine zu benutzen, die Druckerpresse. Sie arbeitete mit beweglichen Lettern, das sind kleine Buchstaben aus Metall, die ein Drucker hin und her schieben kann. Jeder winzige Buchstabe saß vorne auf einem Klötzchen aus Metall, wie bei einem Stempel.
Der Drucker suchte die Buchstaben einzeln heraus und reihte sie zu Wörtern und Zeilen auf. Die Buchstaben waren spiegelverkehrt, damit sie richtig herum aufs Papier kamen, genau wie bei einem Stempel. Bald füllten die beweglichen Lettern eine ganze Seite. Was glaubst du, hat der Drucker als Nächstes gemacht, um die Wörter aufs Papier zu bringen?
Der Drucker tupfte klebrige Druckfarbe auf die Buchstaben und legte ein sauberes Blatt Papier darauf. Dann zog er an einem großen Hebel, und die Presse drückte das Papier fest nach unten. Er hob das Blatt hoch, und da war die ganze Seite, auf einmal gedruckt!
Danach färbte der Drucker dieselben beweglichen Lettern wieder ein, legte ein neues Blatt darauf und presste noch einmal. An einem Tag machten die Drucker Hunderte Abzüge von einer Seite. Am selben Tag schaffte ein Schreiber mit der Hand nur ein paar Seiten.
Jedes Buch machte jetzt viel weniger Arbeit und brauchte viel weniger Zeit. Deshalb verkauften die Drucker ihre Bücher viel billiger als ein Buch, das mit der Hand abgeschrieben war. Familien, die noch nie ein Buch hatten, konnten jetzt eins kaufen.
Die Drucker brachten ihre Bücher in Läden, von Stadt zu Stadt. Über viele Jahre verbreiteten sich die Bücher weit und breit, und ganz normale Leute aller Art konnten sie besitzen, lesen und miteinander teilen.
Statt dass ein Schreiber jedes Wort mit der Hand abschrieb, setzten Drucker bewegliche Lettern zu ganzen Seiten zusammen und pressten sie immer wieder aufs Papier. Dadurch konnten sie Bücher schnell und billig herstellen, und so konnten ganz normale Familien endlich eigene Bücher kaufen.
In der geschäftigen Druckerei hebt der Drucker noch ein Blatt von der Presse, und die frische Farbe glänzt. Er legt es auf den hohen Stapel Seiten, bereit, ein Buch für eine Familie zu werden, die noch nie eins besessen hat.









