Von der Kuh zum Käse
Denk einmal an ein warmes Käsebrot oder an eine weiche Scheibe Käse auf einem Cracker. Kannst du das riechen? Aber wie wird Käse eigentlich gemacht? Alles fängt mit Milch an.
Eine Milchkuh macht Milch in ihrem Euter, denn so füttert sie ihr Kalb. Auf dem Bauernhof melkt die Bäuerin sie mit einer sanften Melkmaschine. Die Maschine umfasst das Euter ganz weich und sammelt die Milch, während die Kuh ruhig steht und ihr Heu mampft.
Die frische Milch fließt in einen großen, kalten Tank, damit sie kühl und lecker bleibt. Dann füllt ein Fahrer sie in einen glänzenden Tankwagen und bringt die Milch zur Molkerei. Eine Molkerei ist der Ort, an dem Menschen aus Milch Käse machen und andere gute Sachen aus Milch.
In der Molkerei gießt die Käserin die Milch in einen riesigen Kessel aus Stahl und wärmt sie langsam an. Nicht heiß, nur gemütlich warm, ungefähr so warm wie Badewasser. Warme Milch ist bereit, sich zu verwandeln.
Jetzt rührt die Käserin einen winzigen Tropfen von einem besonderen Helfer hinein. Der Helfer heißt Lab. Nur ein paar Tropfen für einen Kessel voller Milch. Kannst du raten, was die Milch als Nächstes macht?
Sie wird dick und wackelig, wie weicher Wackelpudding. Die Milch teilt sich in zwei Teile. Die weichen weißen Klümpchen heißen Käsebruch, und der dünne, wässrige Rest heißt Molke.
Die Käserin schneidet den Bruch mit langen Messern in kleine Würfel, und dabei tropft noch mehr Molke heraus. Dann lässt sie die Molke ablaufen. Die Molke fließt davon, und der Bruch rückt immer enger zusammen.
Danach schöpft die Käserin den Bruch in eine runde Form und drückt ihn in einer Käsepresse zusammen. Das Pressen schiebt die letzten Tropfen heraus und macht aus lockerem Bruch einen festen runden Laib. Eine Prise Salz macht den Käse lecker und hilft ihm, lange frisch zu bleiben.
Dann trägt die Käserin die runden Käselaibe in einen kühlen, stillen Raum und legt sie dort auf Holzregale zum Ruhen. Sie warten wochenlang, manchmal sogar monatelang. Dieses Warten heißt Reifen, und dadurch wird der Käse fest und voller Geschmack.
Wenn ein Laib fertig ist, bringt ein Fahrer ihn in den Laden, und der Verkäufer schneidet dir eine Scheibe davon ab. Aus der Milch vom selben Bauernhof kann auch Butter oder Joghurt werden, wenn die Menschen sie anders behandeln.
Lass uns die ganze Reise noch einmal zusammen aufsagen. Kuh, Milch, Tankwagen, Molkerei, Bruch, Käse. Käse entsteht, wenn eine Käserin in der Molkerei die Milch so lange erwärmt, bis Bruch daraus wird, dann die Molke ablaufen lässt, den Bruch zu einem runden Laib presst und ihn ruhen lässt, bis er fertig zum Essen ist.
Wenn du das nächste Mal eine Scheibe Käse in der Hand hältst, weißt du, welche lange, stille Reise sie bis zu deinem Teller gemacht hat. Was für eine schöne Sache, das zu wissen.





