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Wo unser Essen herkommt · Folge 4 von 4

Die goldene Reise des Honigs

FiluErzählt von Filu

Ein sanfter Weg von der Blume voller Nektar bis zum Honigglas auf dem Frühstückstisch, immer den fleißigen Bienen hinterher. Ruhig und neugierig lernt das Kind dabei, dass Honig wie Milch und Eier ein Essen ist, das von einem Tier kommt.

Text zur Folge

Die goldene Reise des Honigs

Hast du schon einmal zugeschaut, wie Honig von einem Löffel gleitet? Er fließt langsam, dick und golden, und er riecht ein bisschen nach Blumen. Kannst du diese Süße riechen? Lass uns herausfinden, woher der Honig kommt.

Honig wächst nicht am Baum, wie ein Apfel es tut. Niemand pflückt ihn von einem Zweig. Ein winziges Tier macht ihn, und dieses Tier ist die Biene. Lass uns dem Honig den ganzen Weg zurückfolgen, bis dorthin, wo er beginnt.

Er beginnt in einer Blume. Tief unten bei den Blütenblättern macht die Blume einen süßen Saft, der Nektar heißt. Diesen Nektar macht sie mit Absicht, denn damit lädt sie die Bienen zu Besuch ein.

Eine Honigbiene landet auf der Blume und saugt den Nektar mit ihrer langen Zunge, wie mit einem winzigen Strohhalm. Sie bewahrt ihn in einer besonderen Tasche in ihrem Körper auf, in einem Honigmagen, der den Nektar nach Hause trägt. Sie besucht Blüte für Blüte, bis ihr Honigmagen voll ist.

Während sie arbeitet, bleibt weicher gelber Blütenstaub an ihrem flauschigen Körper hängen. Dieser Blütenstaub heißt Pollen. An der nächsten Blüte streift er wieder ab, und das hilft den Blumen, neue Früchte und neue Samen zu bilden. Sie ist eine fleißige kleine Helferin.

Jetzt ist ihr Honigmagen voll. Wohin fliegt sie wohl als Nächstes? Sie fliegt geradewegs nach Hause zum Bienenstock, dem warmen Holzhaus, in dem Tausende Bienen zusammen wohnen.

Im Bienenstock geben die Bienen den Nektar von Mund zu Mund weiter und fächeln ihn mit ihren Flügeln. Schhh, schhh, machen die Flügel. Durch das Fächeln trocknet das Wasser darin weg, und aus dünnem Nektar wird langsam etwas Dickes und Süßes. Jetzt ist es Honig.

Die Bienen füllen den Honig in eine Wabe, eine Wand aus kleinen Wachszimmern mit sechs geraden Seiten. Jedes volle Zimmer verschließen sie mit einem Deckel aus Wachs, damit der Honig frisch bleibt. Dieser Honig ist der eigene Vorrat der Bienen für den Winter, wenn keine Blumen blühen.

Eine Imkerin kümmert sich um den Bienenstock. Sie trägt einen leichten Hut mit einem feinen Netz und bläst kühlen Rauch vor den Eingang, denn der Rauch sagt den Bienen, dass alles ruhig ist. Dann hebt sie einen Rahmen mit einer Wabe heraus und nimmt nur den Honig, der übrig ist. Für die Bienen lässt sie immer reichlich davon zurück.

Die Imkerin stellt die Rahmen in eine große Trommel und dreht sie rundherum, und dabei fließt der Honig aus der Wabe und läuft an der Wand hinunter. Sie gießt ihn durch ein Sieb, das die kleinen Wachsstückchen auffängt, und dann füllt sie die Gläser. Ein Fahrer bringt diese Gläser in den Laden, und ein Erwachsener trägt eines nach Hause auf deinen Tisch.

Lass uns die ganze Reise noch einmal durchgehen. Blume, Nektar, Biene, Bienenstock, Wabe, Imkerin, Honigglas. Honig kommt von den Bienen, die den Nektar der Blumen in dickes süßes Essen verwandeln. Wie Milch und Eier ist Honig ein Essen, das von einem Tier kommt, und nichts, was du von einer Pflanze pflückst.

Wenn der Honig das nächste Mal golden auf deinem Löffel glänzt, kannst du an die Blumen, die Bienen und die Wabe denken, die ihn gemacht haben. Was für eine süße Sache, die du jetzt weißt.

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