Tessas große Reise über die Wiese
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Tessas große Reise über die Wiese
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Chapitres
  • 1Ein Wunsch am Morgen3:02
  • 2Der dunkle Pfad2:59
  • 3Tanz der Schmetterlinge2:43
  • 4Der kleine Bach2:51
  • 5Die bunte Blumenwiese3:05
Texte synchronisé

Texte de l'histoire

Ein Wunsch am Morgen
Tessas große Reise über die Wiese

Die Sonne kletterte über die Baumwipfel und malte goldene Streifen auf den weichen Waldboden. Es roch nach Moos und nach frischem Tau. Ein kleiner Vogel sang sein erstes Lied… und der Wald wachte langsam auf.

Zwischen den Farnen stand Tessa, das zarte Reh. Ihr Fell war weich wie warmer Sand, und ihre großen Augen schauten neugierig durch die Bäume. Tessa reckte den Hals und schnupperte die kühle Morgenluft.

Weit, weit weg — am anderen Ende des Waldes — gab es eine Wiese. Eine bunte Blumenwiese, von der alle Tiere erzählten. Dort, sagte man, blühten rote und gelbe und blaue Blumen, so viele, dass man sie nicht zählen konnte.

Heute, dachte Tessa, heute will ich die Wiese sehen. Ihr kleines Herz hüpfte vor Freude. Aber der Weg war so weit… und so fremd. Tessa hatte den großen Wald noch nie ganz allein durchquert.

Da raschelte es im Gras — hopp, hopp, hopp! Zwei lange Ohren tauchten zwischen den Blättern auf. Es war Wibo, der muntere Hase, mit seinen flinken Beinen und seinem fröhlichen Lächeln.

„Guten Morgen, Tessa!", rief Wibo und machte einen kleinen Luftsprung. „Du schaust so weit in den Wald hinein. Wohin träumst du denn?" Seine Nase zuckte vor Neugier.

Tessa senkte schüchtern den Kopf. „Ich möchte zur bunten Blumenwiese", sagte sie leise. „Aber der Weg ist so lang. Und ich kenne ihn gar nicht." Ein kleines Zittern lag in ihrer Stimme.

Wibo machte vor Freude einen Hüpfer. „Dann gehen wir zusammen!", sagte er. „Zu zweit ist kein Weg zu weit. Ich hüpfe vorneweg und du folgst mir — und wenn du Angst hast, bin ich da."

Tessa hob den Kopf, und ihre Augen leuchteten. Auf einmal fühlte sich der Wald gar nicht mehr so groß an. „Wirklich? Du kommst mit?", fragte sie. Wibo nickte und wackelte mit den Ohren.

„Na klar komme ich mit!", lachte Wibo. „Komm, kleines Reh — die Blumen warten schon." Und so machten sich die beiden Freunde auf den Weg, durch das taunasse Gras, dem ersten Sonnenstrahl entgegen.

Schritt für Schritt, Hüpfer für Hüpfer, gingen sie tiefer in den Wald hinein. Die Vögel sangen über ihnen, und die Sonne wärmte Tessas Rücken. Die große Reise hatte begonnen.

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