Was wäre, wenn das Müllauto nicht mehr kommt?
Erinnerst du dich an das Geräusch vom Müllauto am Mülltag? Vielleicht hörst du den Motor brummen und das Piepen, piep, piep, piep, wenn es rückwärts durch deine Straße fährt. Die Leute von der Müllabfuhr schieben jede Tonne hinten ans Auto und drücken einen Hebel. Dann hebt das Auto die Tonne hoch und kippt den ganzen Müll hinein.
Danach fährt das Müllauto weiter, und deine Straße ist wieder frei. Aber was wäre, wenn das Müllauto eine Woche lang nicht käme, und die nächste Woche auch nicht, und die Woche danach auch nicht? Was würde dann mit unserem ganzen Müll passieren?
Zuerst würden die Tonnen randvoll werden. Jede Familie wirft jeden Tag etwas weg, zum Beispiel Bananenschalen, Joghurtbecher und leere Verpackungen. Nach ungefähr einer Woche ist die Tonne einer Familie bis zum Deckel voll, denn der Müll kommt weiter, auch wenn das Müllauto nicht kommt.
Als Nächstes würden die Leute ihre vollen Säcke neben die Tonnen stellen, weil es sonst keinen Platz für die Säcke gibt. Bald würden sich die Säcke am Gehweg stapeln, in einer holprigen Reihe die ganze Straße entlang. Kinder und Erwachsene müssten sich daran vorbeiquetschen, wenn sie zur Schule oder zum Einkaufen gehen.
In diesen Säcken würden winzige Lebewesen fleißig loslegen. Sie heißen Bakterien, das sind Lebewesen, die viel zu klein zum Sehen sind und von alten Essensresten leben. Die Bakterien fressen die Essensreste und lassen sie verfaulen, bis sie weich, schleimig und stinkig sind.
Je mehr Tage vergehen, desto mehr fressen die Bakterien, und desto stärker wird der Geruch, ganz besonders an einem warmen Tag. Bald würde die ganze Straße nach altem Fisch und saurer Milch riechen. Was meinst du, was ein großer Haufen stinkendes Essen auf der Straße wohl anlocken könnte?
Er würde Schädlinge anlocken, also Tiere, die dorthin kommen, wo Menschen wohnen, und dort Ärger machen. Ratten, Mäuse und Fliegen riechen faulendes Essen schon von weit weg, deshalb folgen sie dem Gestank bis zu den Haufen. Die Ratten knabbern Löcher in die Säcke, und der Müll fällt heraus und verteilt sich über den Gehweg.
Die Schädlinge bleiben nicht bei den Tonnen. Sie huschen und summen zu Haustüren, in Gärten und an Küchenfenster und tragen dabei Bakterien aus dem Müll an ihren Füßen und in ihrem Fell mit. Manche dieser Bakterien können Menschen krank machen, mit Bauchweh oder Fieber.
Deshalb ist die Arbeit der Müllabfuhr so wichtig. Jedes Mal, wenn die Leute von der Müllabfuhr den Müll mitnehmen, nehmen sie auch das Essen mit, auf das die Bakterien und die Schädlinge gewartet haben, noch bevor der Gestank und der Ärger anfangen können.
Merken wir uns zwei Wörter: Bakterien und Schädlinge. Wenn das Müllauto nicht mehr käme, würde sich der Müll aus jedem Zuhause auf den Straßen stapeln, Bakterien würden ihn verfaulen und stinken lassen, und Schädlinge würden diese Bakterien zu den Menschen tragen und manche von ihnen krank machen.
Jetzt weißt du, wie sehr deine ganze Straße den Mülltag braucht. Wenn das Müllauto das nächste Mal vorbeibrummt, kannst du den Leuten von der Müllabfuhr ja fröhlich zuwinken.







