Warum kann man einen Schal zusammenfalten, aber ein Lineal nicht?
Denk mal an deinen kuscheligen Winterschal. Spür, wie weich er in deinen Händen ist. Du wickelst ihn um den Hals, und er hält dich schön warm. Du kannst ihn ganz klein zusammenfalten und in eine Schublade legen.
Und jetzt stell dir ein Lineal auf deinem Tisch vor. Es bleibt lang und gerade. Zusammenfalten kannst du es überhaupt nicht. Warum kann man einen Schal zusammenfalten, aber ein Lineal nicht?
Fangen wir mit dem Schal an. Ein Schal ist aus Wolle gemacht. Wolle ist ein langer, weicher Faden. Legst du ein Stück Wolle über deinen Finger, hängt es einfach schlapp herunter.
Die Wolle im Schal ist gestrickt. Das heißt, der Faden bildet eine Schlaufe nach der anderen, und die Schlaufen greifen ineinander. Reihe um Reihe wird aus den Schlaufen der ganze Schal.
Um jede gestrickte Schlaufe herum ist ein bisschen Platz. Wenn du den Schal biegst, rutschen und drehen sich die Schlaufen. So machen sie Platz für die Falte. Die gestrickten Schlaufen bleiben nie hängen, darum sieht die Falte glatt und weich aus.
Weil sich die Schlaufen bewegen können, biegt sich der Schal, wo du willst. Du kannst ihn einmal, zweimal, dreimal falten, und er geht nie kaputt. Dann liegt er als kleiner, kuscheliger Stapel da.
Jetzt schauen wir uns das Lineal an. Ein Lineal ist ein einziges hartes Stück aus Holz oder Plastik. Es hat keine Schlaufen und keinen Platz innen drin. Was glaubst du, passiert, wenn du an beiden Enden drückst?
Die winzigen Teilchen im Lineal halten sich ganz fest aneinander. Sie können nicht rutschen oder sich drehen wie die Schlaufen. Darum biegt sich das Lineal nur ein kleines bisschen und federt dann wieder gerade zurück. Falten wie einen Schal kann man es nicht.
Merken wir uns unser Wort: gestrickt. Gestrickte Schlaufen rutschen und drehen sich, darum faltet sich ein Schal, aber die winzigen Teilchen im Lineal halten fest zusammen.
Schlaf gut, und falte morgen deinen kuscheligen Schal ganz sanft zusammen.









