Warum braucht ein Specht einen starken Schnabel?
Hast du schon mal an eine Holztür geklopft? Klopf, klopf. Das Holz fühlt sich an deiner Hand hart an. Draußen im Wald klopft ein Vogel den ganzen Tag an Bäume.
Dieser Vogel ist der Specht. Tock, tock, tock macht sein spitzer Schnabel am Baum. Warum braucht ein Specht einen so starken Schnabel?
Zuerst einmal hat der Specht Hunger. Am liebsten frisst er Käferlarven. Käferlarven sind weiche Käferbabys, die sich hin und her bewegen. Sie schmecken dem Specht und machen ihn satt.
Doch die Käferlarven verstecken sich tief im Baum, unter der Rinde. Sie fressen Gänge ins Holz und bleiben darin. Dort kommen die meisten Vögel nicht an sie heran.
Das Holz im Baum ist hart, genauso hart wie ein Holztisch. Ein Specht hat keine Hände, mit denen er graben kann. Er hat auch keinen Löffel und keine Schaufel. Er hat nur seinen Schnabel.
Der Specht hält sich mit seinen Krallen am Baum fest. Dann hackt er kräftig und schnell ins Holz. Jeder Schnabelhieb ist wie ein Schlag mit einem winzigen Hammer. Was passiert wohl bei jedem Hieb mit dem Holz?
Bei jedem Hieb fällt ein winziges Stück Holz ab. Beim Meißeln schlägt man kleine Stückchen nach und nach ab. So meißelt der Specht Hieb für Hieb ein Loch in den Baum.
Das harte Holz drückt bei jedem Hieb gegen den Schnabel. Ein weicher Schnabel würde sich verbiegen oder brechen, wie ein dünner Zweig. Der Schnabel des Spechts ist hart, scharf und stärker als das Holz. Deshalb bricht das Holz, und der Schnabel bleibt heil.
Der Specht macht weiter, bis sein Loch die versteckten Käferlarven erreicht. Sein starker Schnabel meißelt tief ins harte Holz. Jetzt kommt der hungrige Vogel an sein Futter heran.
Käferlarven. Meißeln. Ein hungriger Specht braucht einen starken Schnabel, um hartes Holz zu meißeln und Käferlarven zu erreichen.
Träum schön und ruh dich so gemütlich aus wie ein kleiner Vogel in seinem Nest.









