Kann irgendetwas in kochendem Wasser oder tief im Eis leben?
Ein blubbernder Kochtopf sieht überhaupt nicht wie ein Zuhause aus. Eis, das Jahr für Jahr gefroren bleibt, auch nicht. Kann irgendetwas in kochendem Wasser oder tief im Eis leben?
Manche Lebewesen sind winzig. Sie heißen Mikroben. Das sind Lebewesen, die so klein sind, dass deine Augen sie ohne besondere Geräte nicht sehen können.
Tief im Meer leben manche Mikroben in Wasser, das heißer ist als ein kochender Topf. Das Gewicht des Meeres darüber drückt auf dieses Wasser, sodass es keine Blasen werfen kann. Deshalb bleibt das Wasser flüssig, sogar bei so großer Hitze.
Diese hitzeliebenden Mikroben haben robuste Teile in ihrem Inneren, die weiterarbeiten, wenn gewöhnliche Lebewesen längst aufgeben müssten. Dieser Schutz lässt sie in ihrem heißen, nassen Zuhause wachsen.
Beim tiefen Eis wartet ein anderes Rätsel. Mikroben brauchen flüssiges Wasser, um Nahrung aufzunehmen und zu wachsen, aber Eis ist fest. Was meinst du, wo könnte eine Mikrobe mitten im Eis flüssiges Wasser finden?
In manchem Eis stecken winzige Taschen mit salzigem Wasser zwischen den gefrorenen Stückchen. Das Salz hilft diesem Wasser, flüssig zu bleiben, auch wenn das Wasser ohne Salz ringsum gefriert. Diese Taschen sind ein verstecktes, nasses Zuhause.
Manche Mikroben nehmen mit dem Wasser in diesen Taschen ihre Nahrung auf. In der Kälte leben und wachsen sie unglaublich langsam. Dort geht das Leben viel gemächlicher zu als in einem warmen Teich.
Andere Mikroben überstehen das Einfrieren, indem sie aufhören zu wachsen. Sie schützen ihre kleinen Teile und warten, ungefähr so wie Samen, die auf den Frühling warten.
Wenn das Eis schmilzt und alles für sie passt, können manche dieser wartenden Mikroben wieder wachsen. Mit dem flüssigen Wasser nehmen sie wieder Nahrung auf. Ihre lange Pause kann zu Ende gehen.
Mikroben. Ja, winzige Mikroben können in kochend heißem Wasser und tief im Eis leben, weil ihre robusten Teile weiterarbeiten und sie versteckte Taschen mit flüssigem Wasser nutzen.
Wenn du heute Abend zur Ruhe kommst, denk an die kleinen Mikroben, die es sich in ihrem überraschenden Zuhause gemütlich machen.









