A child holds a tablet whose camera draws a box around a smiling face.A child holds a tablet whose camera draws a box around a smiling face.
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Wie Computer aus Beispielen lernen · Folge 1 von 3

Kann ein Computer sich sicher sein und trotzdem falschliegen?

Begleite ein Computerprogramm, das Tiere auf Fotos erkennt, und entdecke, wie es lernt und entscheidet, wie sicher es sich ist. Du erfährst, warum auch ein Computer sich sicher sein kann, ohne recht zu haben.

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Text zur Folge

Kann ein Computer sich sicher sein und trotzdem falschliegen?

Hast du schon gesehen, wie eine Handykamera ein kleines Kästchen um ein lächelndes Gesicht zeichnet? Manche Computer können ein Bild anschauen und sagen, was darauf ist. Sie können sogar angeben, wie sicher sie sich sind. Kann ein Computer sich also ganz sicher sein und trotzdem falschliegen?

Stellen wir uns ein Computerprogramm mit einer besonderen Aufgabe vor. Du zeigst ihm ein Tierfoto, und es sagt dir, wie das Tier heißt. Wir schauen uns an, wie dieses Programm arbeitet.

Zuerst zeigen die Menschen, die das Programm entwickeln, ihm Tausende Fotos von Hunden und Katzen. Bei jedem Foto steht der richtige Name: Hund oder Katze. Das heißt Training: Das Programm lernt aus vielen Fotos, bei denen der richtige Name schon dabeisteht.

Beim Training sucht der Computer nach Gemeinsamkeiten auf den Hundefotos, etwa einer langen Schnauze und einem großen Maul. So kann er später einen Hund auf einem Foto erkennen, das er noch nie gesehen hat. Genauso lernt er anhand der Katzenfotos, dass Katzen runde Gesichter und kurze Schnauzen haben.

Eines Tages fotografiert ein Mädchen einen Fuchs in ihrem Garten und zeigt dem Programm das Foto. Während seines ganzen Trainings hat der Computer keinen einzigen Fuchs gesehen. Der Fuchs hat eine lange Schnauze, ein großes Maul und weiches, rötliches Fell. Was wird der Computer wohl sagen?

Er sagt Hund! Der Computer kann nur zwischen den Namen wählen, die er gelernt hat. Deshalb nimmt er den Namen, der am besten passt. Ein Fuchs sieht einem Hund ähnlicher als einer Katze, also gewinnt Hund.

Neben seiner Antwort zeigt das Programm eine Zahl für seine Sicherheit. Sicherheit bedeutet hier, wie sicher sich der Computer ist. Hier liegt die Sicherheit bei fünfundneunzig von hundert. Die Zahl steigt, wenn ein neues Foto den Fotos mit einem Namen viel ähnlicher sieht als denen mit dem anderen.

Die lange Schnauze und das große Maul des Fuchses passen sehr gut zu den Hunden aus dem Training. Der Computer findet also eine große Ähnlichkeit, und seine Sicherheit ist hoch. Für den Computer sieht dieser Fuchs einfach wie ein Hund aus.

Eine hohe Sicherheit zeigt nur, wie viel ähnlicher ein Foto den Hundefotos ist als den Katzenfotos. Sie sagt nicht, ob die Antwort stimmt. Der Computer kann nicht nach draußen gehen und das echte Tier überprüfen. Und er kann nicht bemerken, dass in seinem Training die Füchse fehlten.

Training und Sicherheit. Weil Menschen einen Computer nur mit ausgewählten Beispielen trainieren, zeigt seine Sicherheit bloß, wie ähnlich etwas Neues diesen Beispielen ist; deshalb kann er sich ganz sicher sein und trotzdem falschliegen.

Jetzt darf sich dein kluger Kopf ausruhen, warm und gemütlich, bis morgen neue Fragen auf dich warten.

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