Warum braucht ein Zug Schienen?
Hast du schon mal einen Zug vorbeirattern hören? Ratatam, ratatam machen seine Räder. Seine langen Wagen rollen auf zwei glänzenden Linien aus Metall am Boden.
Diese glänzenden Linien heißen Schienen. Ein Autofahrer kann in jede Straße lenken. Ein Zug aber bleibt immer auf seinen Schienen. Warum braucht ein Zug also Schienen?
Im Auto dreht der Fahrer am Lenkrad, wenn er um eine Kurve fährt. Ein Lokführer hat gar kein Lenkrad. Vorne gibt es nichts, womit er den Zug durch eine Kurve lenken kann. Er kann den Zug nur fahren, langsamer werden oder anhalten lassen.
Also muss etwas anderes den Zug lenken. Jedes Zugrad steht oben auf einer Schiene aus Stahl. Die Schiene ist ein schmaler Balken, etwa so breit wie deine Hand. Was meinst du, was hält das Rad davon ab, herunterzurutschen?
Jedes Zugrad hat einen Spurkranz. Das ist ein kleiner Rand, der rund um das Rad läuft. Der Spurkranz ragt direkt neben der Schiene nach unten, wie eine winzige Mauer.
Auf einem geraden Gleis läuft jeder Spurkranz dicht neben seiner Schiene. Rutscht ein Rad zur Seite, stößt sein Spurkranz an die Schiene. Dieser Stoß hält das Rad fest, damit es nicht herunterrutscht. So bleiben die Räder genau oben, wo sie hingehören.
Jetzt macht das Gleis einen Bogen um einen Hügel. Die Schiene drückt gegen die Spurkränze, und die Räder folgen dem Bogen. Das machen alle Räder an allen Wagen, eins nach dem anderen. Dieses Drücken der Schienen lenkt den ganzen langen Zug.
Spurkranz. Das ist unser Schlüsselwort. Ein Lokführer kann nicht lenken, also drücken die Schienen gegen die Spurkränze und lenken den Zug.
Wenn das nächste Mal ein Zug vorbeirattert, denk an seine Spurkränze, die sich an die Schienen schmiegen. Schlaf schön, kleiner Reisender, wohin dich deine eigenen Gleise auch führen.









